
Bildungsexpertin Schrittesser: „Armut mindert Bildungschancen von Kindern“
Schulforscherin Prof. Ilse Schrittesser warnt vor negativen Auswirkungen einer Kürzung der Mindestsicherung: „Armut – egal aus welchen Gründen – mindert immer die Bildungschancen der betroffenen Kinder“, betont Schrittesser. Sie verweist auf die soziale Selektivität des österreichischen Schulsystems, auf erschwerte Bedingungen für armutsbetroffene Familien und auf versteckte Schulkosten für Kinder.
Keine Chancengleichheit
Laut Schrittesser, eröffne das österreichische Schulsystem nicht allen Kindern die gleichen Chancen. Kinder aus Haushalten, die nur über geringe Mittel verfügen, hätten aufgrund der prekären Lebensverhältnisse schwierigere Bedingungen und geringere Bildungschancen. Darüber hinaus würden Eltern, die nur über geringe finanzielle Mittel verfügen, oftmals zögern, ihre Kinder für Bildungskarrieren zu ermutigen, die über die Pflichtschule hinausgehen.
Versteckte Schulkosten
„Auch wenn in Österreich relativ viel öffentliche Unterstützung da ist, so kostet die Schule den Familien dennoch Geld. Familien, die mit den zur Verfügung stehenden Mitteln gerade einmal schlecht und recht ihr Auskommen finden, werden ihre Kinder für die Schule nicht so gut ausstatten können, wie das erforderlich wäre“, erklärt die am Zentrum für LehrerInnenbildung tätige Schulforscherin.
SOS Mitmensch fordert die Bundesregierung auf:
- Keine Kürzung bei denjenigen, die am allerwenigsten haben
- Keine Minderung der Start- und Bildungschancen von Kindern
- Keine soziale Spaltung.
- Kein Aufgeben der sozialen Stabilität
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