Thema:Migration-Integration
Küng: Einheit der Familie gefordert
[Redaktion] Binationale Paare: Im Interview mit Menschenrechtszeitung MOMENT erklärt Familien-Bischof Klaus Küng: "Binationale Paare müssen gemeinsam leben können". Die Einheit der Familie sei vom Staat zu fordern".
Moment#4 als PDF zum runter laden (pdf, 2,819 KB), Die vorherige Ausgabe #3
Gegen die Trennung von binationalen Paaren durch das neue Fremdenrechtsgesetz spricht sich der katholische Familienbischof Dr. Klaus Küng in einem Interview mit der Samstags erscheinenden Menschenrechtszeitung MOMENT aus. "Es gehört zweifellos zu den Grundrechten, dass eine Familie vereint ist. Diese Offenheit ist vom Staat zu fordern", so Küng wörtlich.
Und weiter: "Wenn jemand eine Frau oder einen Mann von auswärts heiratet, sofern die Absicht wahrhaft ist, muss das dazu führen, dass sie gemeinsam leben können". Küng verweist in dem Interview auf die schwierige Situation von interkulturellen und -konfessionellen Ehen, prinzipiell gehöre es aber zu den Grundrechten des Menschen, den/die LebenspartnerIn selbst zu wählen. Er selbst kenne eine Reihe von binationalen Ehen, die glücklich seien.
Wegen eines Fehlers der Behörden stehen mit Jahresbeginn hunderte Eheleute über Nacht ohne Aufenthaltstitel da: sie wurden illegalisiert und können laut Fremdengesetz jederzeit abgeschoben werden. Grund: Bei der Fremdenpolizei blieben tausende Akten mit Niederlassungs-Anträgen liegen, an eine Übergansfrist für die Alt-Fälle wurde nicht gedacht.
Aufgrund von anhaltenden Protesten der Betroffenen zeigt sich das Innenministerium mittlerweile gesprächsbereit und lud die Betroffenen-Initiative "Ehe ohne Grenzen" zum Informationsaustausch. Eine menschenrechtskonforme Lösung für alle betroffenen Paare bedarf aber laut FremdenrechtsexpertInnen einer Gesetzesänderung. Damit ist nicht vor der Behandlung mehrerer Beschwerden beim Verfassungsgerichtshof in der kommenden Novembersession zu rechnen.
MOMENT ist die Menschenrechtszeitung von SOS Mitmensch und erscheint vier mal jährlich. Die nächste Ausgabe hat den Schwerpunkt auf der Situation von binationalen Paaren und liegt morgen, Samstag, den Selbstbedienungs-Taschen der Tageszeitung "Die Presse" bei. Sie kann unter auch als PDF-Version aus dem Internet bezogen werden.







